Martin B-26B/C Marauder

Hasegawa (E27) - Spritzguss - 1/72

Vorbild: Das US Army Air Corps war Ende der 30er Jahr auf der Suche nach einem Hochgeschwindigkeitsbomber. Im März 1939 wurde ein Vertrag mit der Glenn L. Martin Company abgeschlossen. Es entstand ein sehr formschönes Flugzeug mit zwei leistungsstarken P&W R-2800-5 Double Wasp-Triebwerken. Bevor der Prototyp am 25. November 1940 flog, hatte Martin schon Aufträge für 1.131 Exemplare. Es gab auch keinen eigentlichen Prototypen, sondern das erste Exemplar der Vorserie wurde dafür genutzt.



Schnell zeigte sich, dass die Martin B-26 Marauder (wie sie ab Oktober 1941 genannt wurde) einige Ansprüche an die Besatzung stellte. Um dieses Flugzeug mit gutmütigeren Flugeigenschaften zu versehen, wurde bei Martin das Tragwerk und das Seitenleitwerk vergrößert. Dadurch sank zwar auch die Höchstgeschwindigkeit, aber die Flugeigenschaften verbesserten sich erheblich. Die C-Versionen ab der C-5 hatten diese neuen Komponenten und wurden in Omaha gebaut. Die in Baltimore gebauten Exemplare waren ab der B-10 gleichwertig. Neben der USAAF erhielten auch die RAF und die SAAF frühzeitig die Marauder.



Martin optimierte die B-26 im Verlaufe der Produktion. So ging im Februar 1944 die B-26F in die Produktion. Hauptunterschiede zu den Vorgängerversionen waren die 3,5 steiler angestellten Tragflächen und ein verbesserter Heckstand. Als letzte Serie lief die G-Version vom Band, die sich kaum von der F. Nach dem WK II gingen die B-26 zügig außer Dienst und wurden durch die Douglas A-26/B-26 ersetzt.

Bausatz: Hasegawa ist immer für interessante Projekte gut. Nach den B/C-Versionen mit erhöhter Spannweite und hohem Seitenleitwerk sind nun die letzten Versionen der Marauder die F und G an der Reihe.



Wie schon im FL über die B-26 B/C gesagt, ist das Cockpit der B-26 Marauder grundsolide. Für Verbesserungen bleibt aber noch Platz. Die Sitze können auf jeden Fall noch ein paar Gurte vertragen. Das Instrumentenbrett ist strukturiert und es gibt zusätzlich noch ein Decal. Der Rumpf hat in allen sichtbaren Bereichen gute Strukturen und kaum merkliche Auswerfermarkierungen, die nicht störend sind. So gibt es neben dem Cockpit einen ordentlichen Bombenschacht, detaillierte Seitenstände und einen Heckstand. Damit keine Fummelei bei den kleinen Fenstern hinter dem Seitenleitwerk aufkommt hat Hasegawa das Höhenleitwerk einfach aus klarem Kunststoff gefertigt! Tolle Idee! Bei der guten Detaillierung des Rumpfes bleiben nur geringe Möglichkeiten zur Platzierung des Buggewichtes. Es bietet sich der Raum zwischen Cockpit und Bombenschacht an. Hasegawa geht darauf nicht ein, sondern hat einfach eine Stütze aus Klarsichtmaterial beigelegt.



Im Bombenschacht geht es ganz ordentlich zur Sachen bei den Leitwerken der Bomben kommt die Spritzgusstechnik an ihrer Grenzen. Die R-2800-Motore sind recht ordentlich detailliert und es gibt zwei Sterne und keine Reliefs! Schön! Ebenso schön empfinde ich es, wenn die kleinen Glasfenster alle von Außen eingeklebt werden.

Der einzige Unterschied im Bausatz zu der Vorgängerversion ist das Verbindungsstück für die Tragflächen. Diese werden dadurch in einem leicht veränderten Anstellwinkel montiert. Eine einfache und wirksame Lösung.

Wer seine Marauder umfangreich detaillieren möchte, der wird inzwischen bei den Zubehörherstellern fündig. Natürlich hat eduard inzwischen schon ein Maskenset herausgebracht, welches die Lackierung mit der Spritzpistole deutlich vereinfacht. Der Decalbogen ist umfangreich und enthält auch ein paar Wartungshinweise. Versatz gibt es hierbei nicht.

Bemalungsvarianten:

  1. B-26F-1MA, Redlight Rosie der 587. BS/394. BG, 1944
  2. B-26G-1MA, Lak-a-Nookie der 459. BS/344. BG, 1944
  3. B-26G-10MA, ROUND TOO! Der 584. BS/394. BG, 1944

Fazit: Hasegawa hat hier wieder ordentliche Arbeit geleistet. Auch dieser Bausatz ist ohne wenn und aber sehr empfehlenswert.

Literatur:

B-26 Marauder in action, Aircraft No. 50, Steve Birdsall, squadron/signal publication 1981, ISBN 0-89747-119-9;
B-26 Marauder units of the Eighth and Ninth Air Forces, Osprey Combat Aircraft 2, Jerry Scutts, Osprey Publishing 1997, ISBN 1-85532-637-X.

Volker Helms, Godern (April 2007)