North American Aviation F-86F-40 "Sabre"

Hobby Boss 80259 - 1/72

Vorbild: Das Originaldesign der F-86 basierte auf der konservativen Konstruktion der FJ-1 Fury. Nachdem die deutschen Unterlagen von den Amerikanern ausgewertet wurden, erfolgte bei North American eine Umkonstruktion des gesamten Flugzeuges. Die Maschine bekam einen Pfeilflügel, ein gepfeiltes Höhenleitwerk und wurde insgesamt viel schlanker. Der Erstflug der XP-86 war am 1. Oktober 1947. Schnell zeigte sich, dass die F-86 alle Erwartungen der USAF übertraf.

In Kanada wurde die Sabre bei Canadair in Lizenz gebaut. Die eigene Serie begann mit der CL-13A Sabre Mk. 5. Sie war nicht einfach eine Kopie(im Gegensatz zu den Vorgängern, die zu 90 % Teile aus den USA enthielten) der N.A. F-86F-Version, sondern erhielt das Avro Orenda 10 - Triebwerk und den ,6-3'-Flügel ohne Vorflügel. 75 dieser Maschinen gingen an die Deutsche Luftwaffe.

Canadair stellte danach die Produktion auf die CL-13B Sabre Mk. 6 um. Diese besaß das Avro Orenda 14 -Triebwerk und wieder den Flügel mit Vorflügel. Sie wurde damit zur schnellsten Sabre-Version. Die Luftwaffe bestellte 225 Sabre Mk. 6 bei Candair. Am 26. Februar 1959 gingen die ersten Mk. 6 nach Ahlhorn zum JG 71. Nach sieben Jahren war die Sabre Mk. 6 schon wieder Geschichte bei der Luftwaffe. Während der Einsatzzeit wurde die Mk. 6 auch noch modifiziert. So erhielt sie ab Herbst 1961 Abschussrampen für die AIM-9B Sidewinder und auch der Martin Baker Mk. 5 - Schleudersitz wurde eingerüstet.



Bausatz HobbyBoss hat nun erkannt, dass es sinnvoll ist, die Bausätze vor den Easy Models Fertigmodellen herauszubringen. Die F-86F-40 ist ein Vertreter davon. Der Modellbauer wird sich freuen.

Modelle der N.A. F-86F-40 oder gar der Canadair CL-13B sind nicht besonders zahlreich in 1/72 vertreten. Der Bausatz von Fujimi ist recht ordentlich. Vor einigen Jahren kostete er noch um die 18 DM in Deutschland. Inzwischen wird er, sofern man ihn bekommt mit 25 ? aufgerufen. Der Bausatz von HobbyBoss basiert nicht auf den Fujimi-Bausatz, sondern ist in 1/72 eine Eigenentwicklung. Es ist ein Easy Kit (unter 6 €)für Anfänger. Vorstellen möchte ich ihn aus o.g. Gründen.



Nach dem Öffnen des stabilen Kartons sind die recht wenigen Bauteile in einer Kunststoffwanne befestigt. Der Rumpf besteht aus wenigen Bauteilen. Wer genau hinschaut, der findet auf der Oberseite einen Hauch von Grat und kann Rückschlüsse auf den Formenbau ziehen. Die Luftbremsen sind offen und können auch so gebaut werden (entspricht dem Vorbild, den sie waren auch am Boden häufig offen). Ein paar Kleinteile wurden hinterm Pilotensitz aufmodelliert.

Das Cockpit besitzt ein Instrumentenbrett, jedoch kein Decal um dieses darzustellen. Bei den Seitenkonsolen ist es leider ebenso. Der Schleudersitz ist recht brauchbar und besitzt aufmodellierte Gurte. Zusammen mit dem Cockpitboden entsteht im Übrigen ein richtiger Lufteinlauf. Die Darstellung der Turbinenschaufeln im Inneren hat sich HobbyBoss verkniffen. Sie wären ohnehin am fertigen Modell nicht sichtbar.

Die Tragfläche besteht aus einem Stück. Sie besitzt die für die Sabre Mk. 6 charakteristischen Vorflügel. Eines fällt allerdings auf. Der untere an der Tragfläche vorhandene Rumpfbereich ist etwas zu bauchig. Ändern lässt es sich nur mit erheblichem Aufwand, denn dann müssten auch die Hauptfahrwerksschächte vertieft werden.



Das Höhenleitwerk ist nicht so mickrig wie bei Fujimi. Schön ist auch das Fahrwerk. Vielleicht sind die Fahrwerksscheren etwas grob. Für die Tragfläche liegen die typischen Tanks bei. Die Kleinteile sind auf zwei kleinere Spritzlinge verteilt.

Überraschend gelungen erscheint die einteilige Cockpitverglasung. Sie ist dem Vorbild entsprechend recht bauchig.

Der sehr umfangreiche Decalbogen ist versatzfrei auf hellblauem Trägerpapier gedruckt und besitzt auch einige Wartungshinweise. Als Bemalungshinweise dienen farbige Vierseitenansichten auf der Rückseite der Bauanleitung.

Bemalungen

Fazit: Sicherlich ist es kein High-End-Bausatz, jedoch ist es eine preiswerte Sabre, die sich als Maschine der Luftwaffe bauen lässt. Das Konzept von HobbyBoss ist für Anfänger fantastisch. So etwas wünscht man sich für die Jugendarbeit!!! Erhältlich sind die Bausätze im gut sortierten Fachhandel oder direkt bei I.B.G. Modellbau ibgmodellbau.de

Literaturempfehlungen:

Canadair Sabre Mk. 5 / Mk. 6, F-40 Flugzeuge der Bundeswehr, Siegfried Wache, Bmvd-Verlag 2004, ISBN 3-935761-48-1
F-86 Sabre in action, Aircraft in action No. 33, Larry Davis, squadron/signal publications 1978, ISBN 0-89747-032-X
-86 Sabre in action, Aircraft in action No. 126, Larry Davis, squadron/signal publications 1992, ISBN 0-89747-282-9

Volker Helms, Godern (Dezember 2007)