Focke Wulf Fw 189A-1

ICM 72291 - 1/72

Vorbild: Die Focke-Wulf Fw 189 war eine der ungewöhnlichsten Konstruktionen des WK II. Sie war als Nahaufklärer zu Beginn des Krieges hochmodern und optimal für den Zweck konstruiert. Der einzige Nachteil war später die zu geringe Geschwindigkeit. Nach dem Verlust der Luftüberlegenheit an allen Fronten zeigte es sich dann auch schmerzlich. Noch nach dem WK II diente sie als Vorbild für die sowjetische Suchoi Su-12.

Ab 1937 entstand die Fw 189A aufgrund einer Ausschreibung des RLM für ein Nahaufklärungsflugzeug. Mitbewerben waren die Ar 198 und die BV 141. Der Erstflug fand im Juli 1938 statt. Ab 1940 begann die Serienfertigung mit dem Argus As-410A-1 und 465 PS-Startleistung. Immerhin wurden bis zur Einstellung der Produktion 846 Exemplare aller Versionen gebaut. Nach 1942 benötigten die Aufklärer auch an der Ostfront Jagdschutz. Die Abwehrbewaffnung bestand bei der A-1 aus zwei MG15 und zwei MG 17 in den Flügelwurzeln. Bei der A-2 wurden die MG 15 durch MG 81Z ersetzt.



Bausatz: ICM hatte vor einiger Zeit mal einen Bausatz der Focke Wulf Fw 189A in 1/48 angekündigt. Nun gibt es dieses auffällige Flugzeug im Sammelmaßstab 1/72. In der typischen stabilen sehr praktischen Verpackung mit Klappdeck befinden sich gut verpackt zwei hellgraue Spritzlinge mit 128 Einzelteilen, ein klarer Spritzling mit 19 Teilen, eine mehrfarbige Bau- und Bemalungsanleitung und einen Decalbogen. Ein paar Teile sind für eine andere Version und diese wandern in die Restekiste. Die Abspritzung ist voll auf der Höhe der Zeit. Bei ICM gab es in den letzten zehn Jahren einen riesigen Entwicklungsschub. Insbesondere bemühte man sich in der Ukraine um eine deutlich verbesserte Passung.

Es gibt feine versenkte Strukturen und schöne Oberflächendetails. Teilweise ist die Oberfläche etwas rau. Man hat diesen Bausatz allerdings modular aufgebaut. Die Kleinteile sind sehr filigran und auch zu gebrauchen.

Der Bau beginnt mit der zentralen Rumpfgondel. Hier werden die Seitenteile und der Cockpitboden aufgeklebt. Dann folgt die Cockpiteinrichtung. Hier gibt es schöne, dem Vorbild entsprechende, Details. Auf jeden Fall muss man noch ein paar Sitzgurte hinzufügen, denn die großen Glasteile sind dünn und klar. Die große Bugverglasung wird aus vier Teilen zusammengesetzt. Schön detailliert sind die Abwehr-MGs. Weiterhin hat man bei ICM die Reservemagazine dafür nicht vergessenů



Die langen Ausleger werden aus zu vielen Teilen zusammengesetzt. Das finde ich persönlich nicht so gut. Um hier Probleme zu vermeiden hat man bei ICM an Passhilfen gedacht. Hinter dem Lufteinlauf der Triebwerke wird eine Platte als Motorattrappe eingeplant. Scharfe Hinterkanten gibt es bei Quer- und Seitenruder. Ein Highlight ist das Hauptfahrwerk. Hier hat man sich sehr gut am Vorbild orientiert. Auch die Fahrwerksklappen sind von Innen schön detailliert. Die 189 kann mit vier kleinen Bomben ausgerüstet werden.

Der kleine Decalbogen ist tadellos auf blauem Trägerpapier gedruckt. Hier gibt es auch Wartungshinweise und weitere Markierungen. Die Farbhinweise sind für die Farbsystemen von Revell und Tamiya.

Bemalungen:

  1. Fw 189A-1, H1+EN der 5.(H)/12. Aufklärungsgruppe der deutschen Luftwaffe, Poltawa im Juni 1942;
  2. Fw 189A-1, H1+AH der 11.(H)/12. Aufklärungsgruppe der deutschen Luftwaffe, Sowjetunion im Sommer 1942;
  3. Fw 189A-1, V7+1H der 1.(H)/32. Aufklärungsgruppe der deutschen Luftwaffe, Finnland im März 1943.

Fazit: Ein sehr zeitgemäßer Bausatz der Focke Wulf Fw 189A-1 in 1/72 von ICM. Mit ein wenig Erfahrung lässt sich daraus ein tolles Modell bauen.

Literatur:

Focke-Wulf Nahaufklärer Fw 189 A "Uhu" -Schulflugzeug Fw 189 B "Eule" und Schlachtflugzeug Fw 189 C Entwicklung, Produktion und Einsatz,Hans-Peter Dabrowski,Stedinger Verlag, Lemwerder 2008, ISBN 978-3-927697-53-9, 39,50 €.

Volker Helms, Godern(Oktober 2016)